Rezension: Glasseelen von Tanja Meurer

Als ich dieses schaurige Cover sah, wusste ich, das Buch muss ich unbedingt lesen. Das düstere Frauengesicht, bei dem man nur in schwarze Augenhöhlen blickt, machte mich unsagbar neugierig auf das Buch und ich wurde nicht enttäuscht.

Inhalt:

Vor Camilla und Theresa stürzt sich ein Mann vom Dach des Pergamonmuseums zu Tode. Seine Augen lösen sich in Staub auf, und aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel sowie ein antikes Fernrohr. War es Selbstmord?

Theresa schwört, dass sie kurz zuvor auf dem Dach einen ungeheuren, missgestalteten Mann wahrgenommen hatte, der den vermeintlichen Selbstmörder gestoßen hat. Dabei gibt es eine unheimliche Parallele zwischen dem vermeintlichen Selbstmörder und den Opfern eines Serienkillers, der in Berlin sein Unwesen treibt: herausgeschnittene Augen.

Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier, und wenig später verschwindet Theresa spurlos. Ist sie geflohen, weil sie sich von Andreas Grimm, dem ermittelnden Oberkommissar, bedrängt fühlte, oder wurde sie Opfer des Serienmörders? Camilla versucht, ihre Freundin auf eigene Faust zu finden und dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mit dem Namen „Sandmann“ bekommt sie einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Von Panik getrieben, gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt dort auf rätselhafte Menschen. 

Tief unter der Stadt wird währenddessen wieder die ausgeweidete, augenlose Leiche einer Frau entdeckt – Theresa.

„Glasseelen“ ist der erste Band der Reihe „ Schattengrenzen“ von Tanja Meurer. Es handelt sich hierbei um einen Mysterie – Thriller. Die Autorin entführt in eine Welt, in der Realität und Fiktion, wie Schatten ineinander fließen. Es ist nichts so, wie es zunächst scheint…

„Das Bild eines offenen Frauentorsos, in dem ein feines Räderwerk dargestellt wurde, dominierte ihr Sichtfeld.“ ( S. 30 )

Von Anfang an, überzeugte mich vor allem der wunderbar flüssige Schreibstil der Autorin. Hierbei gelingt es ihr ausgezeichnet, den Leser durch realistische, authentische, dramatische, düstere, aber auch mystische Ereignisse, an die Geschichte zu fesseln, ihn eintauchen, mitfühlen und erschaudern zu lassen.

Wir begleiten die beiden Freundinnen Camilla und Theresa auf einer Besichtigungstour durch Berlin. Doch am Pergamonmuseum stürzt sich vor ihnen ein Mann in den Tod. Die jungen Frauen erleben dieses schreckliche Ereignis, als Zeugen hautnah mit. Es entstehen Bilder im Kopf, welche man selbst als Leser, nicht wieder so schnell vergisst. Doch war es Mord oder Selbstmord?

Somit ist man ab der ersten Seite in die Geschichte involviert und kann sich der düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre kaum entziehen.

Nachdem auch Theresa spurlos verschwindet, macht sich die selbstbewusste Camilla auf die Suche nach ihrer Freundin. Warum hatte Theresa solche Angst vor dem Ermittler Grimm, oder ist sie dem Serienmörder zum Opfer gefallen, der seit Jahren sein Unwesen in Berlin treibt?

Bei ihrer Suche, gelangt Camilla unverhofft in Berlins Unterwelt. In Ancienne Cologne trifft Camilla auf eine Welt, voller undurchschaubarer und seltsamer Menschen. Wie sich schließlich herausstellt, verhalf Amadeo, ein sehr alter Mann, Camilla bei ihrer Flucht. Doch irgendetwas scheint er zu verbergen. Welches Geheimnis versucht er zu hüten?

Chris hingegen vertraut Camilla sofort. Dieser nimmt sich der jungen Frau an und versucht mit ihr gemeinsam, des Rätsels Lösung zu finden. Als Grundidee, bindet die Autorin, Teile der Schauernovelle „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann mit ein. Diese fiktiven Auszüge sind äußerst spannend verankert, benötigen aber intensivere Aufmerksamkeit beim lesen.

“ >>Ei Thanelchen<<, erwiderte diese, >>weißt du das noch nicht? Das ist ein böser Mann, der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht zu Bett gehen wollen und wirft ihnen Händevoll Sand in die Augen, dass sie blutig zum Kopf herausspringen, die wirft er dann in den Sack und trägt sie in den Halbmond zur Atzung für seine Kinderchen; die sitzen dort im Nest und haben krumme Schnäbel, wie Eulen, damit picken sie der unartigen Menschenkindlein Augen auf.<< ( S. 276 )

Ich für meinen Teil, kannte diese Novelle nicht und hatte daher in der Unterwelt gewisse Probleme, aufgeführte Namen zuzuordnen und geschilderte Ereignisse zu verinnerlichen. Oftmals musste ich einige Passagen zweimal lesen, um den Sinn  erfassen zu können. Dennoch ist es der Autorin gelungen, eine schaurige, mystische und düstere Atmosphäre zu erschaffen, die mich wahrlich in den Bann zog und nicht mehr los ließ.

Holzpüppchen dreh dich – Holzpüppchen dreh dich! Sie fuhr zusammen. Hatte sie die Worte wirklich gehört? ( S. 155 )

Der Handlungsverlauf ist durch einen hohen Spannungsbogen geprägt, welcher durch mysteriöse, brutale, aber auch angsteinflössende Passagen, perfekt untermauert wird. Das Buch wirkt auf mich sehr nachhaltig, denn ich glaube, mir wird zukünftig bei jedem  Berlin Besuch, die Geschichte in den Sinn kommen und mir einen Schauer über den Rücken jagen.

Dieses Buch kann als gut und gerne als Einzelband gelesen werden. Doch das packende Ende, lässt den Leser bereits mit großer Spannung den nächsten Band erwarten.

Fazit:

Tanja Meurer hat mit „Glasseelen “ ein facettenreiches, mystisches und beeindruckendes Werk geschaffen, was von reichlich Fantasie der Autorin zeugt. Ich bin wahrlich mehr als beeindruckt, wie es ihr gelungen ist, eine solch spannende, schaurige und düstere Handlung, mit seinen unzähligen Charakteren aufs Papier zu bringen. Trotz kleinerer Schwächen, kann ich es folglich kaum mehr erwarten, den zweiten Band zu lesen und mich erneut in die angsteinflößende Welt der „Schattengrenzen“ entführen zu lassen.


| Tanja Meurer | Glasseelen | Edition Roter Drache | 404 Seiten | TB: 16,95€ / eBook: 4,99€ | Amazon* |


 

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Bewertung:

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Ich bedanke mich recht Herzlich bei der NetzwerkagenturBookmark, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Anmerkung: * Hinter dem verwendeten Verlinkungen stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms. Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.

 

 

 

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