Rezension: Die Bluthunde von Paris / Christina Geiselhart

Inhalt

Paris 1774: Philippine Sanson, die Nichte des Henkers von Paris und Tochter des Verhörvollstreckers Charlemagne Sanson, genannt Karl, erblickt das Licht der Welt. Sie ist wunderschön, doch ihr verkrüppelter Fuß, ihre Umgebung und die grausamen Dinge, die sie in ihrer Kindheit erleben muss, ersticken ihre Hoffnung auf ein besseres Leben, im Keim. Um ihrem derben Elternhaus zu entfliehen, reitet Philippine stundenlang durch den Wald von Saint – Ouen, wo sie ein verfallenes Landhaus entdeckt. Eines Tages begegnet sie dort einem aristokratisch aussehendem jungen Mann, der sich vor den Schergen des Königs versteckt. Sie versorgt ihn mit Lebensmitteln, verliebt sich und hofft auf ein gemeinsames Leben mit ihm. Doch Stimmen der Revolution werden laut und Maxence kehrt nach Paris zurück. Während im Konvent die Erklärung der Menschenrechte durchgesetzt wird, folgt Philippine der Spur ihres Geliebten und gerät in den Strudel einer umwälzenden und blutigen Epoche, deren geistigen Köpfe Danton und Robespierre sind. Als sich die Liebenden finden ist ihr Glück in Gefahr, denn auf Maxence wartet die Guillotine…

Meinung

„Die Bluthunde von Paris“ von Christina Geiselhart hat mich wahrlich mitgerissen, schockiert und beeindruckt.

Christina Geiselhart entführt den Leser in die düstere und schonungslose Zeit der frühen Französischen Revolution, wobei der Focus auf das Leben der jungen Philippine Sanson gerichtet ist. Aufgrund ihrer Herkunft sowie ihrer Behinderung, scheint ihr ein hartes und schonungsloses Leben vorher bestimmt. Doch das junge Mädchen versucht den heimischen, grausamen Zuständen zu entfliehen, um seiner Mutter, die ihre Gelüste als Hure auslebt und ihrem Vater, der als königlicher Verhörvollstrecker tätig ist, zu entkommen. Auf ihren Streifzügen durch die Wälder, lernt sie den jungen Maxence kennen und ist von dem jungen Mann völlig beeindruckt.

Gekonnt verwebt die Autorin, die brutalen und erschreckenden Zustände der damaligen Epoche, mit den fundierten historischen und geschichtlichen Aspekten und Ereignissen zu Beginn der Französischen Revolution.

Die Charaktere sind rundum beeindruckend, erschreckend und zugleich sehr authentisch dargestellt.

Philippine macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Sie erscheint zunächst unterwürfig und kindlich naiv. Sie setzt alles daran Maxence zu beeindrucken und seine Liebe zu gewinnen, um mit ihm zusammen leben zu können. Sie bildet sich fortlaufend weiter, lernt und liest, nimmt an Diskussionen im Konvent teil und entwickelt sich zu einer selbstbewussten Frau.

Ein wahrlich expliziter Gegensatz zu ihrer Mutter Lea. Diese eröffnet ein Hurenhaus und bezieht sogar eine ihrer Töchter in das Geschäft mit ein um eine bessere gesellschaftliche Stellung und Reichtum, zu erlangen. Beinahe skrupellos und ohne Rücksicht auf Verluste, lässt Lea weitere Mädchen für sich arbeiten.

Der aristokratische Maxence hingegen, scheint nur Augen und Ohren für die Politik des Landes zu haben. Dabei verliert er in den Strudel aus Intrigen, Verrat, Hass und selbst seine Gefühle aus den Augen und gerät schon bald selbst in Gefahr.

Besonders gut gefiel mir der Charakter, der Urgroßmutter Marthe. Sie ist ein herzensguter Mensch, der das Herz auf der Zunge trägt. Ob Enkel oder Urenkel, ein jeder bekommt sein Fett weg. Die Dialoge in denen Marthe involviert ist, lockern die Geschichte auf angenehme Art und Weise, auf.

Die Gespräche über politische Themen innerhalb der Familie, empfand ich als sehr tiefgründig und interessant. So verschafft die Autorin dem Leser einen Einblick während des Umbruchs der politischen Situation und offenbart gleichzeitig die Empfindungen und Gedanken des französischen Volkes.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Aufgrund vielseitiger Wendungen und facettenreicher Erzählstränge, sowie detaillierter Beschreibungen, konnte ich dem Verlauf der Geschichte gut folgen und musste mich so manches Mal angewidert abwenden. So verschlug es mir, beim Aufbau und dem Gebrauch der neumodischen Guillotine, den Atem. Die Beschreibungen waren so bildlich und spürbar, so dass ich mir selbst den Geruch von Blut vorstellen konnte. Mein einziger Kritikpunkt kommt den vielen aufgeführten Namen zu, die der Französischen Revolution innewohnten. Hierbei musste ich einige Passagen doppelt lesen, um den Inhalt erfassen zu können.

Fazit

Das Buch bietet schonungslose und brutale Einblicke, in die beginnende Französische Revolution. Es vermittelt fundiertes historisches Wissen und verknüpft einen Hauch von Liebe mit ungeschönten Einblicken in die damalige Zeit. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung.

IMG_4053Autor: Christina Geiselhart

Titel: Die Bluthunde von Paris

Verlag: epubli

Seiten: 522

Preis: Taschenbuch = 12,99 €

Kindle = 4,99 €

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Ich bedanke mich recht 🖤lich für das Rezensionsexemplar.

Anmerkung: * Hinter dem verwendeten Verlinkungen stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms. Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.

4 Kommentare zu „Rezension: Die Bluthunde von Paris / Christina Geiselhart

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